Darauf sollten Sie achten
Schnee, Dauerfrost und glitzernde Landschaften: Was für Spaziergänger ein Traum ist, stellt Autofahrer in diesem Winter vor Herausforderungen, die wir fast schon vergessen hatten. Nach vielen Jahren mit mildem „Schmuddelwetter“ ist der richtige Winter zurück. Doch moderne Autotechnik und neue Gesetze erfordern mehr als nur einen Eiskratzer.
In den letzten Jahren (besonders 2022 bis 2024) waren echte Wintereinbrüche in weiten Teilen Deutschlands eher die Ausnahme. Wir hatten uns an milde 5 bis 10 Grad im Januar gewöhnt. Der aktuelle Winter 2025/26 zeigt uns jedoch, was Dauerfrost bedeutet.
Das Problem: Viele Autofahrer sind „winter-entwöhnt“. Während wir früher wussten, wie man ein Auto aus einer Schneewehe schaukelt, verlassen wir uns heute oft blind auf Assistenzsysteme – und genau die stoßen jetzt an ihre Grenzen.
Moderne Autos stecken voller Sensorik. Im aktuellen Winter mit viel Schneematsch und Eisregen gibt es ein neues Problem:
Park-Assistenten im Dauerstress: Ultraschallsensoren in den Stoßfängern frieren ein oder werden von einer Eisschicht überzogen. Die Folge: Das Auto piept beim Parken dauerhaft oder erkennt Hindernisse gar nicht mehr.
Kamerasysteme: Rückfahr- und 360-Grad-Kameras verschmutzen bei der aktuellen Wetterlage innerhalb von Minuten. Tipp: Wischen Sie die Kameralinsen beim Einsteigen kurz mit dem Finger oder einem Tuch ab – Blindflug beim Ausparken ist eine häufige Unfallursache.
Nach Jahren mit wenig Schnee unterschätzen viele das Gewicht auf dem Autodach.
Räumpflicht: Es reicht nicht, nur ein „Guckloch“ in die Frontscheibe zu kratzen. Das Dach muss komplett schneefrei sein.
Warum? Beim Bremsen rutscht die Schneeladung auf Ihre Windschutzscheibe (Sichtverlust!), bei Fahrtwind fliegt sie dem Hintermann entgegen.
Strafe: Wer mit Schneehaube fährt, riskiert Bußgelder und einen Punkt in Flensburg. Bei einem Unfall durch herabfallendes Eis drohen empfindliche Strafen.
Wer diesen Winter noch mit alten Reifen unterwegs ist, die lediglich die Kennzeichnung M+S (Matsch und Schnee) tragen, lebt gefährlich – und teuer.
Stichtag Oktober 2024: Seit Ende 2024 gelten Reifen ohne das „Alpine-Symbol“ (Berg mit Schneeflocke) rechtlich nicht mehr als Winterreifen. Bei der aktuellen Schneelage drohen bei falscher Bereifung Bußgelder und – viel schlimmer – der Verlust des Versicherungsschutzes.
Checken Sie Ihre Reifen: Auch wenn das Profil noch gut aussieht, prüfen Sie das Symbol. In diesem „echten“ Winter ist die richtige Gummimischung überlebenswichtig.
Natürlich ist die Reichweite ein Thema bei Kälte, aber ein Punkt ist diesen Winter besonders kritisch: Die 12-Volt-Starterbatterie. Selbst wenn Ihr großer Antriebsakku zu 80 % voll ist, braucht das E-Auto die kleine 12V-Batterie, um das System überhaupt „hochzufahren“. Bei extremen Minustemperaturen, wie wir sie gerade erleben, macht diese oft schlapp.
Pro-Tipp: Wenn möglich, lassen Sie das E-Auto im Winter an der Wallbox angeschlossen. Viele Modelle nutzen dann den Strom aus dem Netz, um die Batteriepakete bei Laune zu halten.
Ladeklappe einfrieren: Ein bekanntes Problem 2026. Sprühen Sie die Dichtungen der Ladeklappe mit etwas Silikonspray ein, damit sie nach einer frostigen Nacht nicht festfriert.
In der Kälte den Motor anzulassen, während man gemütlich das Eis abkratzt? Das ist nicht nur schädlich für den Motor (da das Öl viel zu langsam warm wird), sondern seit den letzten Gesetzesverschärfungen auch richtig teuer.
Bußgeld: Das unnötige Laufenlassen des Motors kostet mittlerweile rund 80 Euro. Nutzen Sie stattdessen Standheizungen oder – noch besser – eine Thermomatte für die Frontscheibe, um das Kratzen komplett zu vermeiden.
Vorausschauend parken: Stellen Sie das Auto nicht in Senken ab, in denen sich Schmelzwasser sammeln und nachts zu einer Eisplatte gefrieren kann.
Handbremse mit Bedacht: Bei modernen Autos mit elektronischer Parkbremse lässt sich das „Festfrieren“ schwerer verhindern als früher. Wenn Sie auf einer ebenen Fläche parken, reicht oft der eingelegte Gang (oder Stellung „P“ bei Automatik), um die Beläge nicht unnötig festzupressen.
Licht-Check: Salz und Schneematsch trüben die Scheinwerfer extrem ein. Reinigen Sie diese nach jedem Parken kurz händisch – sehen und gesehen werden ist in diesem dunklen Winter das A und O.
Fazit: Der Winter 2026 fordert uns heraus, bietet aber auch die Chance, wieder bewusster mit dem Fahrzeug umzugehen. Mit der richtigen Vorbereitung und einem kritischen Blick auf die Technik kommen Sie sicher durch die weiße Pracht.